Samstag, 12. Mai 2007

Felíz Día de la Madre

Nachdem schon der Tag der Sektretärin vor 2 Wochen (und nicht zu vergessen, der Tag des Lehrers) eine ganz heisse Sache war, war es ja mehr als zu erwarten, dass bei Muttertag so richtig die Post abgeht. Das heisst: statt Unterricht wurde am Freitag nur gemuttertagt, mit schnulzigen Muttertagsliedern (derer gibt es hier so viele, dass man ganze CDs voll davon verkaufen kann, und alle können den Text), colada (einem Getreidegetränkt), tequeños (frittiertem Käse) und befremdlichen Partyspielen. Letzteres war nämlich eine Variation des, auf Unterstufenpartys, allseits beliebten Flaschendrehens. Wobei die Aufgaben (ein Muttertagslied singen, mit jemanden tanzen, etc.) in Ballons versteckt waren. Gespielt haben übrigens 5 ausgewählte.. Mütter. Und während Carlitas Mama dann mit einem nicht-der-Papa-Mann getanzt hat hat die kleine Carlita ganz furchtbar zu heulen begonnen (das merken wir uns für später im Blog).
Das Ganze hätte mich vielleicht um eine Spur mehr irritiert, hätten wir nicht genau das selbe Spiel auch letzten Samstag auf Andis Geburtstagsfeier gespielt. Übrigens hinsichtlich Jugendfreiheit ebenfalls absolut Muttertagsfeiertauglich, nur dass da keine falschen Ideen aufkommen. Immerhin waren es ja Ecuadorianerinnen die die Anweisungen verfasst haben.

Abends waren wir dann auf der Jahresfeier des Rocafuerte Sportclubs, bei denen Miguel ab und zu Fussball spielt. Nebenbei erwähnt, Fussballclubs gibt es hier in etwa in jeder zweiten Strasse, was manchmal sehr verwirrend sein kann.
Anstatt der Zusammenrottung von 20-jährigen saufenden Fussballjugendlichen, die wir befürchtet hatten, war das dann ein nettes, fast familiäres Zusammenkommen mit herumlaufenden Kindern (unter anderem der kleinen Carlita, deren Papa wichtiger Vereinsmeier bei Rocafuerte ist - und die diesmal nicht weinte als die Mama mit einem nicht-Papa-Mann tanzte. Vielleicht war sie aber auch viel zu beschäftigt allen zu sagen, dass ihre Kindergartentante da ist), viel Samba und Merengue und zwar schon Bier, aber niemanden an der Grenze zum unangenehm besoffen sein. Im Grunde dann ein sehr netter Abend. Nur angesichts der kreisenden Latina-Hüften auf der Tanzfläche kriegt die Gringa in mir dann schon das Gefühl ein unbewegliches Brett zu sein.

Inzwischen muss ich mich übrigens langsam ans Planen machen, was ich zu meiner Visaverlängerung so mach. Peru wird's wohl ziemlich sicher werden, aber bis zu den richtig interessanten Punkten ist es ein verdammt weiter Weg. Vielleicht doch fliegen? Dann könnte ich aber auch nach Kolumbien, das wär billiger und laut der Kolumbienreisenden mit denen ich gesprochen habe auch nicht so unsicher wie man immer glaubt, wenn man gewissen Gegenden fern bleibt. Aber das mit den "Gegenden" gilt für Peru ja genauso.
Hat vielleicht irgendjemand der Leser Tipps für mich, wo ich eine interessante, nicht zu kostenintensive Woche in der nahen Umgebung von Ecuador - also: Peru, Kolumbien oder Venezuela - verbringen kann?

Übrigens gibt's in der "brave Leute.."-Sektion wieder neue Photos, unter anderem davon, was ein Trici nun eigentlich ist.

1 Kommentar:

Cat hat gesagt…

lustig... und ich hab den muttertag erst mitgekriegt, als mich beim fuchs seine mutter drauf angesprochen hat, ob wir nicht feiern ^^

ich hab leider gar keine tipps :\ kenn mich da überhaupt nicht aus, aber ich wünsch dir in jedem fall eine nette visa-bedingte zeit ^^