So, bei mir tut sich weiterhin nicht viel (und ich spiel mehr FreeCell und hör King Creosote als gesund ist) - also darum nur ein paar Allgemeinheiten.
Oder: was mich heute überrascht hat.
Ecuador ist, streng genommen, ein Land der Egoisten. Die Familie ist zwar ein sehr wichtiger Faktor und angeblich ist die Nachbarschaftshilfe auch eher ausgeprägt, aber trotzdem ist das Land sehr stark von einem Ich-zuerst!-Denken geprägt. Könnte man ja jetzt eigentlich von Österreich und dem Rest der "Industie-Nationen" auch sagen, nur geht's bei letzteren eher darum, mit den anderen zu Konkurrieren (und sie zu besiegen). In Ecuador geht die Mentalität mehr dorthin, den anderen übers Ohr zu hauen und Hilfe nur für Gegenhilfe oder gegen Bezahlung zu bieten. Darum kann die Korruption hier ja auch so wundervoll gedeihen (Ecuador ist in der Hinsicht Spitzenreiter in Südamerika und muss sich weltweit auch nur einer Handvoll afrikanischen und asiatischen Nationen geschlagen geben).
Und auch mit ganz banaler Höflichkeit und Hilfsbereitschaft scheint es nicht so weit her zu sein. Kleine Anekdote dazu: heut nach dem Essen ist Rosas Schwester mit Heribert und mir zurück in die Stadt gefahren und hatte beim Aussteigen mit der Tür zu kämpfen. Nachdem ich ohne was zu sagen ausgestiegen bin um ihr von aussen die Tür aufzumachen, meinte Heribert dann, dass das in Ecuador niemand einfach so gemacht hätte.
Soweit noch nicht so überraschend. Aber dass in einer dermassen auf den eigenen Vorteil bedachten Gesellschaft das First-come-first-serve-Prinzip nicht verstanden wird, ist schon anachronistisch. Wieso? In der UEEA (Unidad Educative Ecuatoriano Austriaco, der Schule) läuft schon seit Februar die Einschreibfrist für dieses Schuljahr. Sogar mit einem 30% Bonus für 'Frühbucher'. Aber es kommen derzeit immer noch Eltern um ihre Kinder anzumelden (und werden das laut Heribert auch die nächsten Wochen - wenn die Schule schon läuft - weiterhin tun. Letztes Jahr waren von insgesamt rund 600 Schülern gerade mal ganze 270 vor Schulbeginn immatrikuliert. Dieses Jahr ist es, wohl auch wegen dem Bonus, etwas besser. Aber wieviele Schüler es am Montag wirklich sein werden kann niemand sagen). Jedenfalls wundern sich so manche dieser heute und die letzten Tage kommenden Eltern, warum man ihnen nicht mehr Plätze für ihre Kinder garantieren kann.
Übrigens hab ich in den letzten Tagen einige Berichte über andere Schulen in der Provinz gelesen/gesehen, und muss sagen, die UEEA ist eine strahlende Oase in der hiesigen Bildungswüste. Angefangen von der Qualität der Lehre über die ideologischen Ansprüche hin bis zur ganz banalen Bausubstanz. Viele der öffentlichen Schulen hier werden nämlich nicht nächste Woche mit dem Unterricht beginnen. Oder übernächste. Oder die folgende. Ganz einfach weil die Gebäude nicht benutzbar sind (und das nicht nur aus Geldmangel, sondern auch, weil sich über die Ferienmonate einfach keine Sau drum gekümmer hat in den Schulen nach dem Rechten zu sehen. In ein paar Tagen lassen sich halt nicht die Schäden von Überschwemmungen, 2 Monate arbeitendem Müll und dem vorangegangenen Schuljahr, wo der Reparaturwille auch nicht grösser war, beseitigen)
Ansonsten noch: Alles Gute zum Geburtstag, grosser Bruder! (bei euch ist es ja schon soweit)
Oder: was mich heute überrascht hat.
Ecuador ist, streng genommen, ein Land der Egoisten. Die Familie ist zwar ein sehr wichtiger Faktor und angeblich ist die Nachbarschaftshilfe auch eher ausgeprägt, aber trotzdem ist das Land sehr stark von einem Ich-zuerst!-Denken geprägt. Könnte man ja jetzt eigentlich von Österreich und dem Rest der "Industie-Nationen" auch sagen, nur geht's bei letzteren eher darum, mit den anderen zu Konkurrieren (und sie zu besiegen). In Ecuador geht die Mentalität mehr dorthin, den anderen übers Ohr zu hauen und Hilfe nur für Gegenhilfe oder gegen Bezahlung zu bieten. Darum kann die Korruption hier ja auch so wundervoll gedeihen (Ecuador ist in der Hinsicht Spitzenreiter in Südamerika und muss sich weltweit auch nur einer Handvoll afrikanischen und asiatischen Nationen geschlagen geben).
Und auch mit ganz banaler Höflichkeit und Hilfsbereitschaft scheint es nicht so weit her zu sein. Kleine Anekdote dazu: heut nach dem Essen ist Rosas Schwester mit Heribert und mir zurück in die Stadt gefahren und hatte beim Aussteigen mit der Tür zu kämpfen. Nachdem ich ohne was zu sagen ausgestiegen bin um ihr von aussen die Tür aufzumachen, meinte Heribert dann, dass das in Ecuador niemand einfach so gemacht hätte.
Soweit noch nicht so überraschend. Aber dass in einer dermassen auf den eigenen Vorteil bedachten Gesellschaft das First-come-first-serve-Prinzip nicht verstanden wird, ist schon anachronistisch. Wieso? In der UEEA (Unidad Educative Ecuatoriano Austriaco, der Schule) läuft schon seit Februar die Einschreibfrist für dieses Schuljahr. Sogar mit einem 30% Bonus für 'Frühbucher'. Aber es kommen derzeit immer noch Eltern um ihre Kinder anzumelden (und werden das laut Heribert auch die nächsten Wochen - wenn die Schule schon läuft - weiterhin tun. Letztes Jahr waren von insgesamt rund 600 Schülern gerade mal ganze 270 vor Schulbeginn immatrikuliert. Dieses Jahr ist es, wohl auch wegen dem Bonus, etwas besser. Aber wieviele Schüler es am Montag wirklich sein werden kann niemand sagen). Jedenfalls wundern sich so manche dieser heute und die letzten Tage kommenden Eltern, warum man ihnen nicht mehr Plätze für ihre Kinder garantieren kann.
Übrigens hab ich in den letzten Tagen einige Berichte über andere Schulen in der Provinz gelesen/gesehen, und muss sagen, die UEEA ist eine strahlende Oase in der hiesigen Bildungswüste. Angefangen von der Qualität der Lehre über die ideologischen Ansprüche hin bis zur ganz banalen Bausubstanz. Viele der öffentlichen Schulen hier werden nämlich nicht nächste Woche mit dem Unterricht beginnen. Oder übernächste. Oder die folgende. Ganz einfach weil die Gebäude nicht benutzbar sind (und das nicht nur aus Geldmangel, sondern auch, weil sich über die Ferienmonate einfach keine Sau drum gekümmer hat in den Schulen nach dem Rechten zu sehen. In ein paar Tagen lassen sich halt nicht die Schäden von Überschwemmungen, 2 Monate arbeitendem Müll und dem vorangegangenen Schuljahr, wo der Reparaturwille auch nicht grösser war, beseitigen)
Ansonsten noch: Alles Gute zum Geburtstag, grosser Bruder! (bei euch ist es ja schon soweit)
1 Kommentar:
Huhu,
also ich habe grad "big lebowski" geschaut und eben danach deinen blog gelesen, und naja, weist eh, der dude is halt n fauler sack, der nichts tut, was er nicht unbedingt machen muss...
im grunde find ich den dude in der hinsicht ja grad ganz cool,weil ich nach meiner ca. 70 stunden arbeitswoche was ähnliches anstrebe(für heute... morgen muss ich eh wieder in den derzeitigen stress zurückkehren), aber ich find die vorstellung schockierend(und achtung, jetzt komm ich zu dem, was ich eigentlich sagen wollte), dass ein ganzes land wohl so gleichgültig drauf ist, wie der dude...
ich hoff mal,dass dich diese umgebung net zu sehr aufregt, also net drüber ärgern, ne ;)
ja und ich drück dir die daumen, dass sich die langeweile doch bald wieder gibt...
bye
david
ah ja, die angie meint, ich soll dir sagen,dass sie eh auch auf mich aufpasst... hm... weis jetzt nicht, ob dir das irgendwo hilft ;)
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