Ja, hallo alle.
was bisher geschah...
Heut in der Früh war ganz dringend Tapetenwechsel angesagt. Mein erstes Hostal war zwar wunderschön mit Bilderbuch-Tropengarten, freundlichen Leuten, besserem Kaffee (man bemerke: besser. nicht gut.) und schönen Zimmern. Und ausserdem dieser himmlischen Ruhe.
Dieser... himmlischen... Ruhe...
Will sagen: dort ist mir ziemlich die Decke auf den Kopf gefallen, weil absolut keine Leute unter 60 da waren. Alle jungen Bewohner sind nur hinein und hinaus gehuscht. Nicht gerade der Ort für Solo-Reisende, da droht der Fernseher der beste Freund zu werden. Kurz gesagt, ich bin jetzt in einem eher backpackenden Hotel, das nicht nur belebter ist, sondern auch gratis Internet bietet und - tataaa - billiger ist. Also alles bestens. (Nur Frühstück ist keines inkludiert. Kann ich mir hinkünftig halt aussuchen, wo ich meinen Löskaffee mit Milchpulver zu mir nehme)
Ausserdem lerne ich schon eifrigst Spanisch, hatte heute meine zweite Lektion und hab das Gefühl, dass es in rasantem Tempo voran geht. Nachdem in den ersten Minuten gleich eine Vergangenheitszeitform und die zweite Person Mehrzahl gestrichen wurde, weil die im Südamerikanischen einfach nicht gebraucht werden, ist sowieso alles ganz simpel. Quasi..
Im Grunde siehts so aus, dass ich Marco, meinen Lehrer für die nächsten 3 Wochen zu 70% dafür bezahle, dass er mit mir über Gott (in Ecuador: wichtig) und die Welt (auch nicht zu verachten) plaudert. Und dazwischen ein bisschen Grammatik- und Leseübungen zum abrunden. Jedenfalls haben diese Plauderstunden ihre Vorteile. Mal abgesehen vom Offensichtlichen, dass ich Sprechen lerne (und noch dazu - aufgepasst Mama - langsam sprechen. Offensichtlich kann ich mich nämlich nicht einmal in einer Sprache in der ich so unsicher bin wie im Spanischen von selbst einbremsen), also abgesehen davon lern ich auch viel über das was sich hier so tut. Insofern ist es ja beinahe schade, dass ich keinen Fernseher mehr habe, wo die Fragen zu den halbverstandenen ecuadorianischen Nachrichten ein toller Aufhänger waren.
Zum Beispiel - um zum Titel zurückzukehren: wie wohl die wenigsten wissen liegt das idyllischen Baños am Fusse (oder, wie die Ecuadorianos sagen: am Rock) des Vulkanes Tungarahua, der in den letzten Jahren nicht untätig war und fröhlich Lava vor sich hin gesabbert hat (letztes Jahr auch mal wieder gespuckt). Jedenfalls tut sich in der letzten Zeit einiges im Krater und die hiesigen Geophysiker rechnen mit mittelschweren Eruptionen für das Wochenende. Aber keine Sorge daheim - zunächst einmal ist Baños zu weit weg um davon wirklich betroffen zu sein (von saurem Dauernieselregen und Schwefelduftschwaden die ich dank Schnupfen ohnehin nicht riechen kann, einmal abgesehen) und andererseits wird hier von den Wallfahrern brav für ein Nicht-Ausbrechen gebetet. Mit Hilfe von Feuerwerk, unter anderem. Hm... ob das hilft?
Ansonsten will sich gerade der Küstenstreifen der Provinz Guayas - in die ich ab März komme - provinzialisieren. Die fühlen sich nämlich von der grossen Mutterstadt Guayaquil finanziell ausgenutzt und wollen eine eigene Provinz - mit eigener Finanzhoheit - sein. Damit verliert Guayas dann seine schönen Strände. Und von dem Thema ging dann meine Blitzeinführung in die deprimierende ecuadorianische Innenpolitik los...
Soweit.
Mittwoch, 7. März 2007
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3 Kommentare:
hm, du hast die folgen deines jetlags nicht beschrieben ;)
na aber eh wurscht, jedenfalls gute entscheidung, aus dem rentner hotel auszuziehen, will ja keiner, dass es dir wieder so geht, wie in frankreich, mit diesen öden nichtfranzosen im haus ;)
sonst scheinst du dich ja wirklich gut einzuleben... irgendwann wird deine österreichische seele den geschmack guten kaffees vergessen haben, der abenteurer in dir die nähe des brodelnden vulkans mögen und der politikinterresierte teil sich erinnern, dass wohl jede innenpolitik scheisse ist und dann seh ma dich garnimmer hier ;)
und sei ehrlich, du wirst irgendwann eh auch mit freuden über die politik schimpfen, so wie ich es immer mehr in erwägung ziehe, mich politikerhassend vors parlament zu setzen(müsst ich net lernen...)
na dann, bis zum nächsten bericht, rss feeds sind was tolles
ist der spanische lehrer - was das langsam sprechen betrifft - erfolgreicher als ich? seit wann ist für dich kaffee so wichtig? halte dich vom vulkan fern!!!!
hi,
spannend und unterhaltsam, was du das berichtest - wird der zweitberuf reiseschriftstellerin in spanisch? wofür kriegt marco eigentlich die restlichen 30% ? der laborathmosphäre (rauch, gestank etc) kannst du offenbar nicht ganz ausweichen :-))
jedenfalls weiterhin viel spass beim lernen, denn du weisst ja:
antes es la obligación que la devoción
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